Drei Tonnen Fels in inniger Umarmung

Basaltstele_Hochwasserdamm_Bonn_Beuel_GA_26So titelte der Generalanzeiger Bonn am 26.01.2011

25 Millionen Jahre lang ruhte der Stein im Siebengebirge. Bis er vor zehn Jahren den Arbeitern auffiel: Fünf Stelen, die wie miteinander verwachsen sind. Das fast drei Meter hohe Basaltsäulenensemble soll das Herzstück eines multifunktionalen Platzes am Ende des Hochwasserschutzes werden, dort, wo Rheinaustraße und Ernst-Moritz-Arndt-Straße aufeinandertreffen, entsteht ein halbkreisförmiger Platz.

Dort soll die Stele als Brunnen platziert werden. Steinmetzmeister Michael Naundorf bereitet sie in seiner Werkstatt am Platanenweg vor.

Basalt Brunnen7Am Dienstag begutachteten Dieter Fuchs, Leiter des Amtes für Stadtgrün, sein Abteilungsleiter David Baier, Projektleiter Gerd Busch und Peter Kläs vom Büro S + P Freiraumplaner die Basaltstele und erläuterten bei dieser Gelegenheit auch den aktuellen Stand der Bauarbeiten am Beueler Rheinufer.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir Ende Mai mit den Arbeiten durch sind", so Busch. Mit dem Bau der 312 Meter langen Hochwasserschutzmauer von der Ringstraße bis zur Ernst-Moritz-Arndt-Straße ist im Juni 2010 begonnen worden. Der Hochwasserschutz erreicht an dieser Stelle eine Länge von 348 Metern. Seit etwa zehn Jahren liegt der Stein bei Naundorf. "Solch eine Form habe ich noch nie gesehen", erzählte der Steinmetz.

Basalt Brunnen8"Als die vom Steinbruch anriefen und mir von dem Fund erzählten, bin ich gleich mit meinem kleinen Lieferwagen raus. Aber für die drei Tonnen Gewicht musste dann doch eine Spedition her." Was hatte er mit der Basaltsäule vor? Naundorf zuckte mit den Schultern. "Wenn's um Steine geht, ist unser Berufsstand auch Jäger und Sammler. Wir haben uns einfach jeden Tag an dem Anblick der Stele erfreut."

Als der Architekt die Stele bei Naundorf entdeckte, stand für ihn fest, dass sie das Herzstück des Platzes im Beueler Süden werden muss. Diese fünf Stelen, die so eng beieinander stehen, dass sie zusammenwuchsen, "symbolisieren für mich die fünf Bauabschnitte des Beueler Hochwasserschutzes", so Kläs.

Basalt Brunnen3Damit die Stele auch als Brunnen fungieren kann, muss der harte Basalt einmal durchbohrt werden. Dafür hat Naundorf ein Gerüst aufgebaut, um von oben mit einer eineinhalb Meter langen, eigens für diesen Zweck angefertigten Bohrkrone einen etwa faustdicken Kern aus dem Basalt zu schneiden.

Durch diesen Kanal soll später das Wasser fließen und ruhig an der Stele herabfließen. Der diamantbesetzte Bohrkopf schneidet sich recht langsam in den gewaltigen Felsen. Bis Dienstag war ein guter Meter geschafft. Noch einen halben Meter, dann muss der drei Tonnen schwere Koloss gedreht werden.

Basalt Brunnen 2Oben auf der Krone sind die Risse, wo sich die Stelen treffen, gut erkennbar. Der Basalt bildete sich vor Millionen Jahren, als der Vulkan kieselsäurearmes Magma auf die Erdoberfläche ergoss. Das hiesige typische sechseckige Gesteinsgefüge entstand aus der eruptierten Lava, die verzögert abkühlte, sich zusammenzog und senkrecht zur Abkühlungsfläche Säulen bildete.

Kontaktdaten

Grabmale Naundorf
Inhaber
Michael Naundorf
Platanenweg 10
Tel.     0228 - 467575
Fax.    0228 - 476942

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grabmale @ naundorf-bonn.de

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